Obdachlosigkeit ist eine der drĂ€ngendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit und eng mit Fragen der Stadtplanung und Architektur verknĂŒpft. Obdachlose Menschen sind Teil der Stadtgesellschaft und dringend auf öffentliche RĂ€ume und urbane Infrastrukturen angewiesen. Zahlreiche StĂ€dte weltweit nutzen Planungsinstrumente und Stadtgestaltung jedoch zur Abwehr obdachloser Menschen: Bestimmte Aufenthaltsformen sollen bewusst erschwert und Menschen im Stadtbild unsichtbar gemacht werden. Stadtgestaltung spiegelt also immer auch MachtverhĂ€ltnisse â sie kann ausschliessen oder Wege zur Teilhabe eröffnen.
The Roofless Truth bringt internationale Forscher:innen und Praktiker:innen aus Architektur, StĂ€dtebau, Stadtplanung, Soziologie, Ethnologie, Sozialer Arbeit und PĂ€dagogik zusammen. Wissenschaftliche Analysen und Essays, Erfahrungsberichte sowie studentische VorschlĂ€ge fĂŒr Interventionen im öffentlichen Raum werden ergĂ€nzt von einer Vielzahl konkreter Planungs- und Architekturprojekte.
Das Buch verdeutlicht, wie öffentliche RĂ€ume gestaltet sein sollten, dass sie Schutz bieten, WĂŒrde ermöglichen, Chancen eröffnen und Begegnungen fördern. Die vorgestellten EntwĂŒrfe zeigen eindrĂŒcklich, dass selbst kleinste rĂ€umliche Entscheidungen ĂŒber Inklusion oder Ausschluss bestimmen. The Roofless Truth zeichnet ein vielstimmiges Bild von Planung und Architektur als gesellschaftlicher Praxis, jenseits von ReprĂ€sentation und Prestige.