Residential Architecture, das erste theoretische Buch des japanischen Architekten Kazuo Shinohara (1925–2006), gilt als einer der wichtigsten Texte zur japanischen Architektur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1964 in Japan unter dem Originaltitel Jūtaku kenchiku erstmals erschienen, war das Buch Pflichtlektüre für mehrere Generationen japanischer Architekturschüler:innen und hat viele der bekanntesten Architekt:innen wie beispielsweise Toyo Ito und Kazuyo Sejima stark beeinflusst.
Nun sind Shinoharas Betrachtungen über das Bauen von Wohnhäusern endlich auch in englischer Sprache greifbar, übersetzt vom Architekturhistoriker David B. Stewart (1942–2025) und den Architekten Shin-ichi Okuyama und Kenichi Nakamura. Die ideellen Grundlagen seines herausragenden Werks sind so nun einem weltweiten Publikum zugänglich. Im ersten der drei Kapitel widmet sich Shinohara der traditionellen japanischen Architektur und schafft damit die Grundlage seiner Theorie und Praxis. Dem folgt die Beschreibung seiner Entwurfsmethodik, die er im Schlusskapitel anhand der ersten sieben von ihm entworfenen Häuser weiter veranschaulicht.