Die Stuttgarter WohnhochhĂ€user «Romeo und Julia» von Hans Scharoun, entstanden in den Jahren 1954 bis 1959, bilden einen seiner eigenwilligsten und weitreichendsten Versuche, den «Wohnvorgang» neu zu entwerfen. Hans Scharoun hat sich fĂŒr seine GrundrissentwĂŒrfe ein dichtes Geflecht von Forschungen und Wissenssystemen zugĂ€nglich gemacht. Seine unpublizierten Textfragmente, vor allem aber die Vorlesungen von 1947 bis 1958 zeigen, dass er in seiner entwerferischen TĂ€tigkeit auf unzĂ€hlige DiskussionsstrĂ€nge der Wohnbauforschung zurĂŒckgriff und in seine Arbeit aufnahm. Seine Forschungen zum Grundriss machen die widersprĂŒchliche, sich stĂ€ndig erneuernde Vertiefung des Wissens sichtbar.
Diese englische Ausgabe eröffnet, wie Scharouns «Romeo und Julia» unabdingbar mit dieser Auseinandersetzung verzahnt ist. Der wechselhafte Entwurfsprozess zu den WohnhochhĂ€usern wird erstmals anhand eines umfangreich ausgebreiteten Planmaterials aus dem Baukunstarchiv der Akademie der KĂŒnste nachvollziehbar dokumentiert. Neben historischen Fotos zeigen Fotografien von Georg Aerni das expressive Erscheinungsbild der Bauten.